So sieht „Freiheit“ aus:

Über 800 Menschen in Katalonien verletzt – nur weil sie über ihre Zukunft abstimmen wollten.

 

Europa der Regionen – so wird uns von allen Politiker die Zielvorstellung über Europa beschrieben. Wie es tatsächlich praktiziert wird und welche Philosopie tatsächlich dahinter steckt, kann jeder jetzt in Katalonien sehen. Ein Volk möchte, nachdem seine Freiheit und Selbstständigkeit immer mehr eingeschränkt wurde, über seine Zukunft abstimmen.

Der Aussgang war ungewiss. Die Umfragen deutenden auf eine Mehrheit der Unabhängigkeitsgegner hin.

Hilferufe der Katalonen auf Vermittlung durch Brüssel blieben ungehört. Warum hat sich Junker, der noch vor wenigen Wochen eine vielbeachtete Rede zur Entwicklung Eurpas gehalten hat, nicht eingemischt und seine Vorstellungen zum „Europa der Regionen“ in Katalonien in die Praxis umgesetzt? Vermutlich weil das „Europa der Regionen“ nur eine leere Worthülse ist, um die Menschen einzuschläfern und im Hintergrund einen Superstaat Europa zu schaffen. Deutlich wird das System auch durch den CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok. Er sprach sich dafür aus den „Druck als dem Konflikt zu nehmen“, aber ohne Position für Katalonien zu beziehen, weil „sonst fliegt uns der Laden um die Ohren“. Soll wohl heißen, wenn wir ein Europa der Regionen umsetzen, dann könnten noch viel mehr Regionen und Völker ihre Souveränität einfordern und dann wäre Europa am Ende.

So ein Quatsch. Durch eine immer weitere Verlagerung von Entscheidungen nach Brüssel, die europapolitischen Vorstellungen von Präsident Macron, sind ein Indiz dafür, wird Europa wichtiger den je. Wenn es ein Europa der Regionen wirklich geben soll, dann ist es fraglich, ob wir die Nationalregierungen mit den dann überflüssigen Verwaltungs- und Regierungsebene überhaupt noch brauchen.

Die spanischen Politker an der Spitze Ministerpräsident Mariano Rajoy hat das offensichtlich erkannt. Er hat zwar formal das Recht auf seiner Seite (das höchste spanische Gericht hatte die Volksabstimmung für unzulässig erklärt) und schickte dann die Staatspolizei nach Katalonien um die Abstimmung mit allen Mittel zu verhindern. Die Bilder gingen um die Welt. Frauen, Kinder, alte Menschen – alle – wurden brutal mit Schlagstöcken und Gummigeschossen von den Wahllokalen entfernt.  Über 800 Verletzte sind das Resultat. Was noch mehr in die Gosse getreten wurde war die Freiheit. Die Freiheit eines Volkes. Die Freiheit der Wahl. Die Freiheit einer Region. Rajoy hat damit nicht nur die Würde und Ehre Kataloniens niederprügeln lassen, er hat das Ansehen Spaniens geschändet.

Die europäischen Politiker haben das stillschweigend geduldet und sich damit mitschuldig gemacht. Was aber noch viel schwerer wiegt: Sie haben damit das gemeinsame Ziel für ein Europa der Regionen als Chimäre offenbart. Als Trugbild das uns Menschen vorgegaukelt wird um anscheinend andere Ziele zu umzusetzen.

Bürger von Katalonien: Ihr seid nicht alleine.

Alles was ihr heute erleidet, wofür ihr heute kämpft ist das, was wir uns wünschen. Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit in einem Europa der Regionen.

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