Geschichte wir von den Siegern geschrieben, heißt es oft. Wenn wir uns das genauer ansehen, wird Geschichte aber von Historikern, Schulen und Medien geschrieben und von der jeweils persönlichen Erinnerung und Wissens des Forschers, Autors oder Lehrer beeinflusst.

Was aber, wenn das Wissen der Lehrer aufgrund ihres Alters und daher vielleicht auch mangelnder Erfahrung unvollständig oder sogar wissentlich lückenhaft ist? Wenn sie sich auf die Bewertungen und Informationen ihres Fachverbandes verlassen?

Ein aktuelles Beispiel wie Geschichte „gemacht“ wird, zeigt ein Artikel von Josef Kraus bei www.reitschuster.de.

Darin wird die Arbeitsweise des Verbandes der Geschichtslehrer (rd. 3.200 Mitglieder) aufgezeigt, der durch weglassen von Hintergrundinformationen dazu beiträgt, eine vollständige Bewertung eines geschichtlichen Sachverhaltes zu verschleiern. Hier ein Auszug:

 

…In dieser Zeitschrift gibt es regelmäßig zahlreiche Rezensionen, die den Geschichtslehrern einen Überblick über aktuelle Fachpublikationen verschaffen. So weit, so gut? Nun hat kürzlich der Historiker Hubertus Knabe, vormals Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen und aus dieser Funktion unter politisch höchst seltsamen Umständen vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) entfernt, eine Rezension über ein historisch-politisch nicht minder seltsames Buch geschrieben. Es ging um den Sammelband „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe der DDR“ (Wochenschau Verlag 2018). Als Herausgeberin für diesen Band firmiert neben drei anderen Anetta Kahane, Direktorin der Amadeu-Antonio-Stiftung. Eine der Kernaussagen des Bandes lautet: Der SED-Staat sei kein marxistisch-kommunistisches Projekt gewesen, sondern Opfer und Erbe des NS-Regimes. Hubertus Knabe hat das in der ihm eigenen mutigen Art in der Rezension zu Recht aufgespießt und zerpflückt. Wir lassen aber mal beiseite, dass die These, die DDR sei quasi ein NS-Produkt gewesen, eher dem Orwell‘schen Wahrheitsministerium entstammen könnte. Und wir erinnern uns auch nicht an den bitteren Spott der Stalinzeit: „Keiner weiß, woraus das Gestern gemacht werden wird.… Rezensent Hubertus Knabe hat nämlich wahrheitsgetreu darauf hingewiesen, dass Anetta Kahane Stasi-Mitarbeiterin war. … Aber was macht die Schriftleitung der Zeitschrift „Geschichte für heute“? Angeblich, weil mit dieser biografischen Passage Persönlichkeitsrechte der Frau Kahane berührt waren, hat man die Passage ohne Rücksprache mit dem Autor und ohne Rücksprache mit dem Betreuer des Rezensionsteils gestrichen…“

Was können wir für einen Geschichtsunterricht bei unseren Kindern erwarten, wenn die Lehrer, bzw. der Geschichtslehrerverband „Geschichtsoptimierung“ durch Zensur ausübt?

Lieber Bayerischer Geschichtslehrerverband, genauso sieht es aus, wenn Geschichte von den Siegern gemacht wird. Historische Fakten werden durch Weglassen angepasst, nur weil sie nicht in die gewünschte systemkonforme Richtung passen. Sieger sind daher, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, die ehemaligen sozialistischen DDR-Kader mit ihren marxistisch-kommunistischen Ideen und dies zeigt sich immer mehr in den Medien, in den Regierungen, deren Gesetzen und Verordnungen und offensichtlich auch im angepassten Verhalten des Verbandes der Geschichtslehrer. Unterstützen sie als Bayerischer Geschichtslehrerverband derartige „Geschichtsmaßnahmen“ wirklich?

Text: B. Steiner, Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Von Onneb

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